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  • Traumberuf Stewardess: Erlebnisse und Tipps einer Flugbegleiterin

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, so hatte es damals schon Reinhard Mey in einem seiner Songtexte beschrieben. Für viele Menschen gilt der Beruf der Flugbegleiterin auch heute noch als absoluter Traumjob. Im Interview gibt uns Stewardess Delia spannende Einblicke in ihre Erlebnisse als Flugbegleiterin, sowie hilfreiche Tipps zum Thema Upgrade, Jetlag und was sie als Vielflieger in ihrem Koffer immer dabeihat.

Mein Name ist Delia und ich bin seit knapp 8 Jahren Stewardess – für mich der absolute Traumberuf! Schon meine Oma sagte mir damals immer die weisen Worte, dass Reisen bildet. Man lernt so viel über verschiedene Kulturen & Menschen und auch ganz viel über sich selbst. Auf meinem Blog Delia Wings gebe ich viele Reisetipps und schreibe darüber, wie man Stewardess werden kann.

 

Wie bist du zum Beruf der Stewardess gekommen und welche Tipps würdest du jemanden geben, der sich auch für den Beruf interessiert?

Schon als Jugendliche bin ich mit meinen Freundinnen oft zum Flughafen gefahren um dort einfach die Reiseluft zu schnuppern. Vor allem wenn ich die Crews Richtung Gate habe laufen sehen, war ich schlichtweg begeistert. Die Uniformen, das Lächeln und das Wissen, dass diese Crew bald per Flugzeug in ein fremdes Land fliegt haben mich für diesen Beruf schon damals begeistert.

Nach dem Abitur habe ich erstmal studiert, und nebenbei in einem Fitnessstudio gejobbt. Dort traf ich auf ein Mitglied, welcher Flugbegleiter war. Ihm habe ich dann 1.000 Fragen gestellt und er meinte, dass ich sehr gut zu seiner Airline passen würde. Das habe ich mir dann zu Herzen genommen und mich beworben. Ein paar Monate später hatte ich dann endlich die Uniform an und ging mit meiner Crew Richtung Gate. 🙂

Wer sich als Flugbegleiter / Stewardess bewerben möchte, sollte sich vorher genau informieren, welche Pros & Cons der Job mit sich bringt, und was die airline-spezifischen Einstellungskriterien sind. Folgende Punkte sind Grundvoraussetzung:

  • Fließendes Englisch
  • Teamfähigkeit
  • Serviceorientierung
  • Volljährigkeit
  • Uneingeschränkter Reisepass
  • Schwimmen können
  • Gute Gesundheit
  • Keine Vorstrafen

Hier habe ich einen ausfühlichen Artikel zum Thema Stewardess werden geschrieben, mit Tipps und wie der Bewerbungsablauf ist.

Du bist ja als Stewardess andauernd unterwegs und musst dich immer wieder auf neue Zeitszonen einstellen. Wie überwindest du deinen Jetlag und welche Tipps kannst du geben?

Wer Stewardess werden möchte sollte sich im Klaren sein, dass die Müdigkeit meist „mitfliegt“. Wir haben ganz viele Flüge, die durch die Nacht gehen oder auch ganz frühe Abflugzeiten, wo der Wecker schon um 3 Uhr morgens klingelt. Dafür haben wir aber auch Ruhezeiten zum Regenerieren. Auf Langstreckenflügen haben wir Crewbetten und nach den Flügen gibt es auch genug Freizeit.

Das Thema Schlafen und Jetlag ist sehr individuell und kann pauschal nicht beantwortet werden. Aber trotzdem ein kurzer Tipp von mir: Wenn man im Ausland oder nach der Auslandsreise wie ein Brett im Bett liegt, sollte man sich nicht unter Druck setzen, um einzuschlafen. Ich lag beispielsweise schon so oft hellwach in Tokio im Hotelbett und habe einfach kein Auge zu bekommen. Dann sage ich mir einfach, dass ich einfach zumindest meinen Körper entspanne. Ich schließe die Augen und denke an etwas Schönes. Unter Druck lässt es sich einfach nicht gut einschlafen – das kennt bestimmt jeder.

Was ist deine Lieblingsroute und welches ist dein liebster Stopp auf Reisen?

Ach es gibt so viele tolle Destinationen, die ich liebe. Aber eine ist wirklich mein Favorit: Singapur! Es ist zwar ein langer Flug dorthin (ca. 12 Stunden), aber deswegen haben wir auch vor Ort eine lange Ruhezeit (über 2 Tage). In Singapur ist es immer warm und das Essen ist suuuuper – egal ob Restaurant oder günstige Food Markets. Die Menschen sind so international und jeder spricht Englisch.

Wenn ich in Singapur im Crew Hotel ankomme, nehme ich eine kurze Dusche und dann gehe ich erst einmal zur Fußmassage. Danach treffe ich mich meist noch mit Kollegen um essen zu gehen und wir nehmen noch einen Drink. Am nächsten Tag geht es entweder zum Santosa Beach oder ich gehe ein wenig shoppen. Es ist wirklich wie ein Kurzurlaub. 🙂

Was hast du auf Reisen immer in deinem Gepäck dabei?

Mein Koffer hat eigentlich immer eine Grundausstattung, die immer dort drinbleibt. Zum Beispiel meine Kosmetiktasche: Make-Up und Hygieneartikel habe ich also doppelt – für zu Hause und ständig im Koffer. Was auch nicht fehlen darf, ist eine kleine Reise-Apotheke. Es kommt schon mal vor, dass man sich im Ausland den Magen verdirbt, oder mal an Kopfschmerzen leidet. Gerade die Magentropfen haben mir schon oft „das Leben gerettet“. Man weiß halt nicht immer genau, was einem auf den Teller kommt, wenn die Menükarte nur auf Chinesisch ist beispielsweise 😉 Jetlags können den Verdauungstragt auch beeinflussen.

Auch ganz wichtig: Mein internationaler Strom Adapter! Für die Arbeit an Bord haben wir Flugbegleiter ein Tablet und mein privates Handy will auch immer geladen werden, um Kontakt zu Freunden & Familie aufrecht zu erhalten.

Man hört ja immer wieder von Upgrades. Welche Tipps kannst du geben, damit ich selbst vielleicht auch mal in den Genuss eines Upgrades komme?

Zum Thema Upgrade muss man sagen, dass die Handhabung da ganz von der Airline abhängig ist. Bei uns gilt: Upgrades gibt es nur am Check-In, bzw. bei der Buchung und nicht an Bord. Im Flieger können wir nur Upgrades in die Premium Economy Class verkaufen und das nur auf der Langstrecke (bei Kapazität).

Da ich privat auch sehr oft fliege, bin ich auch schon mal in den Genuss gekommen, ein Upgrade zu ergattern. Das hatte dann damit zu tun, dass die Economy Class überbucht war und ich sehr spät eingecheckt habe. Also musste das Bodenpersonal mich upgraden. Das würde ich aber nicht als generellen Tipp geben, da einfach die Gefahr besteht am Ende gar nicht einsteigen zu dürfen. Vielflieger und Statuskunden werden für Upgrades bevorzugt. Für „Normalreisende“ ist ein Upgrade einfach nur Glück.

Verrate doch bitte dein lustigstes Erlebnis auf einem Flug!

Oh, welches Beispiel soll ich denn da nehmen; es gibt so viele. Eine Situation war besonders, weil ich da ein Wechselbad der Gefühle hatte. Strecke: Frankfurt – Moskau. Es war ein Abendflug und erfahrungsgemäß wird auf der Strecke gerne mal ein Gläschen Sekt von den Gästen getrunken. Also habe ich auf meinen Servicetrolley eine geöffnete Flasche Sekt gestellt. Nicht in dem sicheren Abstellbereich, sondern auf das Tischchen davor.

Ich bediente also die Gäste und griff zum Saft – leider habe ich dabei die Sektflasche angestupst. Ich habe sie wie in Zeitlupe fallen gesehen und die Flasche traf mit ihrem Boden auf den Kabinenboden. Als der Sekt den Boden traf, stieg eine riesige Fontäne empor und duschte die Dame am Gang komplett nass. Ich war im Schock! Alle rumsitzenden Fluggäste starrten mich und die Dame an. Ich bereitete mich auf einen riesen Ärger vor.

Aber dann kam die Wendung: Nach ein paar Sekunden (gefühlte Stunden) sagte die Dame: „Eine Champagnerdusche wollte ich schon immer haben!“ Alle Gäste fingen an zu lachen, inklusive der betroffenen Dame. Ich habe natürlich sofort Tücher gebracht, sodass sich die Dame trocknen kann. Sie war überhaupt nicht sauer und nahm es völlig mit Humor. Am Ende habe ich ihr als Entschädigung eine Flasche Champagner & Pralinen als Geschenk aus der Business Class gebracht – sie wollte nicht mal den Reinigungsgutschein haben. Ende gut, alles gut! 🙂

 

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